Bobys Geschichten

Um was geht es?

Suchterkrankungen allgemein, und ganz besonders elterliche Suchterkrankungen, sind in unserer Gesellschaft noch stark tabuisiert. Tatsache ist aber, dass sehr viele Menschen von Suchterkrankungen betroffen sind. Man schätzt, dass knapp Hunderttausend Kinder als Mitbetroffene unterschliedliche Belastungen (Übernehmen elterlicher Rollen, chronisch stresshafte Familienatmosphäre, weniger Kind-Eltern-Interaktionen, u.a.) erleben.

Die vier Hörspielgeschichten rund um den Hund Boby sind ein präventiv-pädagogisches Hilfsmittel, das Fachpersonen unterstützt, das Thema einer elterlichen Suchterkrankung anzusprechen. Die Geschichten wurden für Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren verfasst. In den vier Erzählungen erlebt der kleine Hund Boby Situationen, die Kinder mit einem suchtkranken Elternteil in ähnlicher Weise erfahren könnten. Die fiktive Verarbeitung der Thematik und das gemeinsame Hören erleichtert es betroffenen Kindern, ihre Situation zu verstehen und über diese zu sprechen. Der Schutz im Umgang mit ihren eigenen Erlebnissen bleibt dabei gewahrt. So müssen die eigenen Empfindungen nicht direkt genannt werden, sondern können über die Figur Boby geäussert werden.

Das Tabu der elterlichen Suchterkrankung zu brechen und betroffenen Kindern zu erklären, dass sie für das, was geschieht keine »Schuld« tragen, ist wichtig. Sie sollen wissen, dass Sucht eine Krankheit ist und dass alle Kinder das Recht haben, mit einer Vertrauensperson über ihre Erlebnisse zu sprechen. Die Geschichten um Boby können ihnen helfen zu verstehen, dass sie weder für ihre Eltern, noch dafür, dass diese mit dem Suchtmittelkonsum aufhören, verantwortlich sind.

Soziale und emotionale Kompetenzen fördern

Alle Kinder profitieren, wenn ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen gefördert werden. Für Kinder aus suchtbelasteten Familien ist eine Förderung jedoch von besonderer Wichtigkeit, da sie verschiedenen Risikofaktoren ausgesetzt sind. Indem sie ihre Situation besser verstehen lernen und ermutigt werden, soziale Kontakte ausserhalb ihrer Familie aufzubauen, Hilfe zu holen, wenn sie beispielsweise nicht betreut werden oder auch Abstand zu bestimmten Schwierigkeiten zu gewinnen, werden sie gestärkt und ihre Schutzfaktoren gefördert.

Die eigenen Ressourcen zu identifizieren und deren Wert zu kennen, macht Kinder innerlich sicherer und wappnet sie für die Herausforderungen des Heranwachsens. Sie bekommen Halt und bauen Strategien auf, mit denen sie schwierige Lebenssituationen bewältigen können.

Wie sind „Die Geschichten von Boby“ entstanden?

Seit 2004 engagiert sich Sucht Schweiz mit verschiedenen Projekten und Aktionen für die lange Zeit kaum beachteten Kinder suchtkranker Eltern. Mit dem Ziel, diesen Kindern eine Stimme zu geben, hat Sucht Schweiz 2007 das Bilderbuch „Boby“ herausgegeben. Das Bilderbuch thematisiert Alkoholprobleme in der Familie und im Umfeld. Es richtet sich an Kinder von 5 bis 8 Jahren und erzählt einfühlsam die Geschichte vom Hund Boby, dessen Herrchen ein Alkoholproblem hat. Die Geschichte zeigt dem Kind, dass Boby nicht alleine ist und dass er Hilfe finden kann. Auch Kinder, die keine alkoholkranke Person in ihrem Umfeld haben, können verstehen, dass es dieses Leid gibt und dass vielleicht Kameradinnen und Kameraden so etwas in ihrem Alltag erleben.

Ziele

  • Mittels der fiktiven Geschichten Situationen identifizieren, welche ein Kind erleben kann und diese gemeinsam besprechen.
  • Das Kind ermutigen, zu beschreiben, was Boby fühlt. Dem Kind helfen, zu verstehen, was es erlebt, und die eigenen Emotionen benennen zu können.
  • Die Ressourcen von Boby identifizieren und das Kind anregen, seine eigenen internalen und externalen (z.B. soziales Netz) Ressourcen zu erkennen und auf diese zurückzugreifen.

Inhalt

  • 4 Hörspielgeschichten
  • Texte der 4 Geschichten

Texte der vier Geschichten mit Raum für eigene Notizen

Texte der vier Geschichten mit Kommentaren, inkl. Diskussionsvorschläge

  • 3 Illustrationen pro Geschichte, die den Kindern während des Zuhörens gezeigt werden können und auch unfarbig als Malvorlage verfügbar sind.
  • 2 farbige Illustrationen zur vertieften Arbeit:

Bobys Gefühle für die Auseinandersetzung mit Emotionen

Bobys Umfeldum das soziale Netz zu thematisieren